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Ein Cover zum Reinbeißen!Ein Cover zum Reinbeißen!

Im Schatten des Apfelbaums

Roman

Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe

ISBN-Nr. 978-3-942637-61-9

Preis: 14,95 EUR

Der Roman ist auch als e-book erscheinen: ISBN- Nr. 978-3-942637-62-6

Auch portofrei bestellbar über den Shop des Kleinen Buchverlages: http://www.kleinerbuchshop.de/

Hier gibt es einen kurzen Klappentext!

Hier gibt es eine Leseprobe!

 

 

Cover von Krimis aus der HexenkücheCover von Krimis aus der Hexenküche

            Krimis aus der Hexenküche

            Anthologie

               Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe

               Preis: 12,95 EUR

                   mit dabei meine Kurzgeschichte "Tödliches Licht"

                   ISBN-Nr. 978-3-942637-08-4

 

 

 

Um was geht es in meinem Roman "Im Schatten des Apfelbaums"?

 

Eine Lüge über ihre Kindheit.

Ein Geständnis, das ihr Leben verändert.

Eine Reise ins Ungewisse und ein rätselhafter Tod.

Mit nicht viel mehr als ihrer französischen Geburtsurkunde reist die junge Klara in ein kleines Dorf in der Normandie, um die Vergangenheit ihrer Eltern zu entschlüsseln und ihrem eigenen Leben wieder einen Sinn zu geben. Dort erwarten sie Argwohn, weitere Lügen, aber auch tiefe Freundschaft. Jemand versucht mit allen Mitteln, ihre Nachforschungen zu verhindern. Wem kann sie vertrauen?

 

Und, neugierig geworden? Hier gibt es einen Blick ins Buch:

 

Heute würde sie ihrem inneren Drängen nachgeben. Sie musste einfach wissen, wieso sich ihre Ge­danken so zwanghaft damit beschäftigten, was sich hinter diesem Tor befand. Entschlossen stellte sie ihr Auto in der großen Einbuchtung vor dem Parkeingang ab. Es war kein Ton zu hören, selbst die Vögel schienen diesen dunklen Wald zu meiden. Das Schild am Eingang „Betreten strengstens verboten – Privatbesitz“ hielt sie nicht mehr ab. Falls es Ärger geben sollte, würde sie vorgeben, kein Französisch zu verstehen.

Klara ging ein paar Schritte auf dem breiten Hauptweg, der Kies unter ihren Sandalen verursachte ein unan­genehmes Knirschen. Sie konnte nach einigen Metern noch kein Ziel erkennen, da der Weg nicht geradlinig in den Wald hinein führte, sondern in einem weiten Bogen nach rechts schwang. Schließlich wählte sie einen schmalen, aus­getretenen Waldpfad, der – soweit sie sehen konnte - ungefähr parallel zum Hauptweg verlief.

Während sie sich so leise wie möglich durch den dunklen Wald schlich, musste sie auf einmal an den Psychofilm „The Blair Witch Project“ denken, in dem einige Studenten in einem Waldstück verschwanden und nie wieder gesehen wurden, und es lief ihr eiskalt über den Rücken. Als Klara kurz darauf in der Ferne einen grellen Schrei hörte, blieb sie wie angewurzelt stehen. Vorsichtig drehte sie ihren Kopf in alle Richtungen. Ihr fiel nichts Ungewöhnliches auf. Als der Schrei ein zweites Mal ertönte, erkannte sie den Lockruf eines Vogels, vermutlich die schrille Stimme einer Elster.

Nach ungefähr 200 Metern stieß sie auf eine kleine, runde Lichtung, die von schattenspendenden alten Eichen umgeben war. Eine alte Holzbank stand auf dem Platz. Sie schien einmal weiß gewesen zu sein, war aber trotz abblätternder Farbe immer noch einladend. Klara betrat die Lichtung und genoss für ein paar Augenblicke das Kitzeln der Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Als sich ihre Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, wanderte ihr Blick an den alten Bäumen entlang und blieb an einer riesigen, uralten Eibe hängen, in deren Stamm ebenerdig eine Tür montiert war - eine stabile Holztür mit Buntglasfenstern. Alle Vorsicht vergessend eilte Klara auf den Baum zu und umrundete ihn. Ihre Verwunderung kannte keine Grenzen. War dies eine komfortablere Art von Baumhütte? Der Umfang der Eibe maß min­destens 10 bis 14 Meter. So etwas hatte Klara noch nie gesehen. Sie berührte den al­ten Stamm mit den Kuppen ihrer Fingerspitzen und roch an seiner herb duften­den Rinde, um sich davon zu überzeugen, dass der Baum echt war.

Fast ehrfürchtig näherte sie sich wieder der Tür und versuchte, ins Innere zu spähen. Leider ließ das Buntglasfenster keinen Einblick zu. Als Klara wagte, die Klinke herunterzudrücken, ging die Tür mit einem unangenehm lauten Quietschen auf. Sie drückte die Tür weiter auf, um Licht ins Innere fallen zu lassen. Was sie dann sah, ent­sprach ganz und gar nicht ihren Erwartungen.

Es sah aus wie in einer kleinen Kapelle. Überall Kerzenstummel. Ein paar vertrocknete Rosen standen in einer Vase und auf dem Altar aus weißem Marmor lehnte ein schlichtes, aber stabiles Eisenkreuz am ausgehöhlten Stamm der Eibe. Jugendstil, stellte Klara fest und konnte immer noch nicht glauben, was sie soeben hinter der Tür aus Buntglasfenstern entdeckt hatte. Eine verschnörkelte, eiserne Rose rankte zu beiden Seiten des Kreuzes nach oben und umrahmte eine In­schrift mit den Worten „Pour mon fils aimé“, „Für meinen geliebten Sohn“.

Klara erschauderte. War dies ein Grabmal oder eine Gedenkstätte für einen geliebten Ver­storbenen? Ihr wurde auf einmal der Zweck dieser Kapelle bewusst, sie fühlte die Tränen, die hier vergossen wurden, die Trauer und Wut, die an dieser Stätte empfunden wurden, die Ohnmacht vor einer höheren Gewalt, wenn Eltern ihren Sohn beerdigen müssen. Sie bemerkte, wie ihr eigener Schmerz aus ihrem Innersten kroch und ihr die Kehle zuschnürte. Sie wollte nicht schon wieder in Selbst­mitleid versinken. Je länger sie an diesem seltsamen Ort verweilte, desto mehr empfand sie aber auch so etwas wie Trost. Sie war nicht die einzige auf dieser Welt, die trauerte. Sie spürte Trost und Zuversicht, dass es trotzdem weitergehen würde. Beim Anblick des liebevoll geschmückten Traueraltars schwirrten ihr immer mehr Fragen durch den Kopf. Wer trauerte so sehr, dass er diese wunderschöne stille Kapelle eingerichtet hatte?

Klara streckte gerade ihre Hand aus, um das Eisenkreuz zu berühren, als eine barsche Stimme sie auffahren ließ. „Was haben Sie hier zu suchen?“. Instinktiv duckte sie sich. Eine Gänsehaut kroch ihren Nacken hoch und sie erwartete fast, einen Mann mit erhobener Axt hinter sich zu sehen. Aber das war alles nur wieder ihre Einbildung. Beschämt drehte sie sich um und trat ins Freie. Ein alter Mann mit grauem Bart, wirrem Haar, in Gummistiefeln und mit einem schäbigen Hemd und einer alten Latzhose bekleidet, stand vor ihr und starrte sie misstrauisch an.

„Bitte entschuldigen Sie, dass ich einfach so bei Ihnen eingedrungen bin, aber ...“, verzweifelt suchte sie nach einer plausiblen Erklä­rung. Dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, es gibt keine Entschuldigung“, sagte sie schließlich und schaute dem alten Mann direkt in die Augen, „Ich war einfach neugierig und konnte nicht widerstehen. Bitte verzeihen Sie mein Eindringen!“

Das Gesicht des Alten entspannte sich etwas. Er sah direkt in Kla­ras azurblaue Augen und betrachtete sie eingehend.

„Eigenartig“, meinte er schließlich, „Ihre blauen Augen passen gar nicht zu Ihren dunkelbrau­nen Haaren.“ Klara lachte erstaunt auf. Diese Reaktion hatte sie nicht erwartet.

„Ja, das höre ich oft! Die blauen Augen habe ich meiner Mutter zu verdanken“, erwiderte sie. Eine eigenartige Melancholie erfasste sie. Klara konnte sich ihre Gefühle nicht erklä­ren. Der Alte fixierte sie weiter mit seinem Röntgenblick und schien zu überlegen. Schließlich unterbrach er die Stille: „Sind Sie Deutsche?“ – „Ja, Sie haben meinen Akzent richtig erkannt. Ich bin hier in Urlaub.“ Froh darüber, das unangenehme Schweigen zwischen ihnen unterbrochen zu haben, fügte sie schnell hinzu: „Darf ich Sie fragen, wem diese schöne Kapelle gewidmet ist?“

„Hier liegt der Sohn des Schlossbesitzers begraben. Er starb sehr früh. Eine tragische Ge­schichte.“

„Ein Schloss?“ Klara staunte.

„Ja, am Ende des Waldes, noch ein ganzes Stück den Hügel hinauf.“

Wieder Schweigen. Der Alte war nicht sehr gesprächig und Klara wusste nichts mehr zu fragen.

„Ich bin nur der Gärtner und verwalte das Grundstück. Der Schlossherr war schon lange nicht mehr hier.“

Der Mann konnte seinen Blick noch immer nicht von Klara wenden, sodass ihr zunehmend unbehaglich wurde. Warum starrte er sie so an? Klara konnte keinen vernünftigen Gedanken fassen, so viele Fragen schwirrten ihr gleichzeitig durch den Kopf. So sehr ihre Vernunft zur Vorsicht riet, so vehement sträubte sich ihr Innerstes, sich an diese Warnung zu halten. Und dann platzte es auf einmal aus ihr heraus:

„Ich habe eine ungewöhnliche Bitte an Sie! Ich male, das heißt, ich studiere es noch. Meinen Sie, dass der Besitzer...! Dürfte ich vielleicht..., also ich würde gerne morgen wiederkommen und die Lichtung und die alte Eibe skizzieren.“

Sie hielt inne und wartete. Der alte Mann blieb stumm.

„Dieser Ort übt eine außerordentliche Anziehungskraft auf mich aus. Sie wür­den mir einen großen Gefallen tun, wenn ich hier einen Tag lang malen dürfte.“ Sie erschrak über ihren Mut, diese Bitte zu äußern. Der alte Mann brummte etwas vor sich hin, das Klara nicht verstand und schien mit sich zu ringen. Um ihn zu besänftigen, streckte ihm Klara ihre Hand hin und fügte hinzu: „Entschuldigen Sie, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Klara. Klara Seidel.“ Die Hand des alten Mannes zitterte leicht, aber er rührte sich nicht. Klaras freundliche Geste blieb ohne Erwiderung.

 

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